Osteoporose

Definition

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland.

Die Osteoporose wird umgangsprachlich als Knochenschwund bezeichnet.
Bei dieser Skeletterkrankung kommt es zu zunehmender Verminderung der Knochenmasse mit gleichzeitig dadurch erhöhtem Risiko für Knochenbrüche.

Man unterscheidet die postmenopausale Osteoporose - nach den Wechseljahren - von der senilen Osteoporose - Altersosteoporose.

Diagnostik

Die Untersuchungen zur Osteoporose-Diagnostik sind sehr vielfältig. Wir werden entscheiden, welche der Untersuchungen in Ihrem Fall notwendig sind.

Ursachen

Im normalen Knochenstoffwechsel besteht ein stetiges Gleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau.

Etwa bis zum 40. Lebensjahr bleibt dieses Gleichgewicht erhalten.
Anschließend verlieren wir jährlich etwa 0,5 % unserer Knochenmasse.

Zwei Arten von Zellen spielen die Hauptrolle im Knochenstoffwechsel.

Osteoblasten sind Zellen, die Knochen aufbauen. Der Aufbau von Knochen wird durch das Hormon Calcitonin kontrolliert. Dieses wird in der Schilddrüse produziert. Es fördert die Aktivität der knochenbildenden Osteoblasten.

Da in den Knochen immer Calcium eingebaut wird, wirkt sich Calcitonin senkend auf den Calcium-Serumspiegel aus.

Damit der Knochen nicht unentwegt weiter wächst gibt es Zellen, die den Abbau der Knochensubstanz bewirken.
Dabei handelt es sich um die Osteoklasten. Diese Zellen sind für den Knochenabbau zuständig und werden durch das Hormon Parathormon gesteuert.
Beim Abbau der Knochen wird Calcium aus den Knochen frei, welches ins Blut gelangt und so den Calcium-Serumspiegel erhöht.

Die Sexualhormone, Östrogen und Testosteron, wirken ebenfalls auf den Knochenstoffwechsel.
Sie kontrollieren die beiden am Knochenstoffwechsel beteiligten Hormone, Calcitonin und Parathormon, und steuern so indirekt den Knochenauf- und abbau.

Frauen leiden häufiger an Osteoporose als Männer. Die Angaben über die Häufigkeit für Frauen liegen zwischen 30 - 50 % nach der Menopause - Wechseljahre.
Nach den Wechseljahren werden keine Östrogene mehr produziert und deren regulierende, schützende Wirkung auf unseren Knochenstoffwechsel bleibt aus.
Dennoch sind nicht alle Frauen betroffen, da das Osteoporoserisiko sich individuell aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Risikofaktoren ergibt.

Männer sind eher von der Altersosteoporose nach dem 70. Lebensjahr betroffen, was mit dem Rückgang der Testosteronproduktion und der Abnahme der Bewegung zusammenhängt.

Symptome und Beschwerden

Zu Beginn der Erkrankung treten kaum Symptome auf.

Erst, wenn plötzlich Knochenbrüche auftreten, so genannte Spontanbrüche, wird die Osteoporose wahrgenommen.
Häufige Brüche sind Oberschenkelhalsbrüche oder Wirbelfrakturen, die mitunter mit Verformungen der Knochen einhergehen.
Dadurch können starke Schmerzen auftreten.

Mitunter kann es durch Wirbelverformungen zu starken Größenverlusten von bis zu 20 cm und zur Ausbildung eines Rundrückens kommen.

Um Schmerzlinderung zu erreichen, nehmen viele Menschen Schonhaltungen ein und vermeiden Bewegung, was jedoch zu Muskelverspannungen und Verhärtungen führt, die wiederum Schmerzen verursachen.

Wir erkennen als typisches Symptom der Erkrankung eine Verminderung der Knochenmasse gegenüber dem, was für Alter und Geschlecht normal wäre.
Therapie

Ziel der Osteoporosetherapie ist die Linderung der Symptome und das Aufhalten und verlangsamen des Knochenverlustes. Es gilt so, Knochenbrüche zu reduzieren oder gar zu vermeiden und die Lebensqualität zu steigern.

In der Regel werden zur Behandlung Medikamente eingesetzt, die den Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen.

Nähr- und Vitalstoffe für die Knochen

Calcium ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Knochen. Daher ist unbedingt auf eine calciumreiche Ernährung zu achten. Zusätzlich können Calcium-Präparate verwendet werden.
Damit der Körper das Calcium richtig aufnehmen und verwerten kann, ist zudem Vitamin D notwendig. Vitamin D kann unser Körper in gewissem Maße selbst bilden, und zwar bei Sonneneinstrahlung auf unsere Haut.
Meist wird jedoch zu wenig Vitamin D gebildet, so dass ein Vitamin-D-Präparat eingenommen werden muss.
Vitamin D und Calcium arbeiten sozusagen als Team und ergänzen sich gegenseitig. Daher ist auch die Menge der beiden Vitalstoffe durch uns aufeinander abzustimmen.
Beide sollten möglichst langfristig eingenommen werden.
Auch Fluoride haben neben anderen Vitalstoffen - wie beispielsweise Isoflavone etc. - eine positive Wirkung auf den Knochenaufbau. In Kombination mit Calcium und Vitamin D tragen sie ebenfalls zu einem positiven Knochenstoffwechsel bei.

Prophylaxe

Hormonersatztherapie

Die Hormonersatztherapie ist geeignet für die Prävention der Osteoporose - Knochenschwund - und Osteoporosebedingter Knochenbrüche, wenn andere Arzneimittel dafür nicht eingesetzt werden dürfen.


Ihr Nutzen

Die Osteoporose – Diagnostik hilft Ihnen, Ihr eventuell vorliegendes Osteoporoserisiko zu erkennen und der Erkrankung frühzeitig vorzubeugen.

Sind sie bereits an Osteoporose erkrankt, zeigt Ihnen die Diagnostik Wege zur Therapie und Schmerzlinderung auf und trägt so dazu bei, Ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Nur, wer um seine Krankheit weiß, kann auch selbst dazu beitragen, sie zu bekämpfen.
Ernährung

Bei der Ernährung sollte darauf geachtet werden, nicht zu viel Fleisch und Wurst, sondern statt dessen mehr Fisch und frisches Gemüse zu essen.
Milchprodukte, Vollkornprodukte und Nüsse sind ebenfalls förderlich für den Knochenaufbau.
Auf Rauchen, Kaffee, schwarzen Tee oder gar Alkohol sollten Sie vollständig verzichten.

Calcitonin

Wie im Abschnitt „Ursachen“ beschrieben, fördert Calcitonin den Knochenaufbau.
Es hemmt die Zellen, die Knochen abbauen, die Osteoklasten, und trägt so zu einer Besserung der Osteoporose bei.
Dem Calcitonin wird auch eine schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben.

Bisphosphate

Die Bisphosphate haben ebenfalls eine hemmende Wirkung auf die knochenabbauenden Zellen.

Bewegung

Bewegung regt den Stoffwechsel der Knochen an.
Wer an Osteoporose leidet, sollte sich demnach möglicht viel bewegen. Dabei gilt es darauf zu achten, sich nicht zu überlasten und den Körper keinem erhöhten Risiko für Knochenbrüche auszusetzen.
Schwimmen, leichte Gymnastik, Wassergymnastik oder Wandern sind ideal.