Kontraindikationen für eine Hormonersatztherapie

Natürlich birgt eine Hormontherapie auch gewisse Risiken in sich, die ich in diesem Rahmen nur kurz erwähnen möchte. Eine ausführliche Besprechung und Berücksichtigung Ihrer individuellen Risikofaktoren bleibt der Hormonsprechstunde vorbehalten.

Was das Brustkrebs-Risiko anbelangt, Ist die Applikationsform und die Kombination mit synthetischen oder natürlichen Gestagenen von Bedeutung. Im Prinzip kann man sagen, dass die Zuführung der Östrogene über die Haut bei der Einzel- wie bei der Kombinationstherapie das geringste Risiko hat, und wenn kombiniert dann mit natürlichem Progesteron, dann steigt das Brustkrebsrisiko nicht an.

Zufuhr der Östrogene über die Haut erhöht in keiner Form das Risiko für Thromboembolien, auch wenn eine Anlage für Gerinnungsstörungen oder massives Übergewicht vorliegt. Es besteht auch keine erhöhte Gefahr in Abhängigkeit vom Body-Mass-Index (BMI), der sich ja per se als erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse herausgestellt hat. Ganz im Gegensatz zur oralen Gabe der Östrogene !
Eine dänische Studie zeigte, dass gegenüber Frauen, die keine Hormone anwendeten, das Herzinfarktrisiko bei Östrogenanwenderinnen vermindert war, besonders deutlich bei Zufuhr der Östrogene über die Haut. Mit kombinierter Hormontherapie (hier mit synthetischen Gelbkörperhormonen) war ein eher erhöhtes Herzinfarktrisiko verknüpft, während bei sequentieller Zugabe der Gestagene kein gesteigertes Risiko bestand.

Bei frühzeitigem Behandlungsbeginn überwiegt der Nutzen einer Hormonersatztherapie die Risiken. Unstrittig ist der Schutz gegen Osteoporose, der umso stärker ist je früher die Hormone eingesetzt werden.

Eine Hormonersatztherapie sollte beispielsweise bei starken klimakterischen Beschwerden oder bei "früher Menopause" angewendet werden.

Grundsätzlich allerdings gilt: Die Hormonersatztherapie sollte nur so lange wie nötig (z.B. ca. 5 Jahre), möglichst niedrig dosiert eingesetzt und über die Haut zugeführt werden.