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Frauen mit Kinderwunsch
Alle gebärfähigen Frauen sollten unabhängig vom bestehenden Kinderwunsch über eine vollständige Dokumentation ihrer Impfungen im Impfbuch verfügen. Spätestens drei Monate vor einer Schwangerschaft sollte im Rahmen einer präkonzeptionellen Beratung der Impfschutz anhand des Impfbuches überprüft werden.
Wurde zuletzt versehentlich Tetanus/Diphtherie ohne Pertussiskomponente geimpft, kann nochmals korrekt mit dem Kombinationsimpfstoff Tetanus-Diphtherie-Pertussis (ggf. auch mit Poliomyelitis-Anteil) geimpft werden, wobei ein Mindestabstand von vier Wochen eingehalten werden sollte. Einen monovalenten Pertussis-Impfstoff gibt es nicht.
Zum Schutz des Neugeborenen werden mütterliche Antikörper diaplazentar auf das Ungeborene übertragen. Dadurch ist das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten vor einigen Infektionskrankheiten geschützt. Dieser sogenannte Nestschutz besteht aber nur, wenn die Schwangere über entsprechende Antikörper verfügt. Solch ein Nestschutz ist möglich bei Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Hepatitis A, Hepatitis B sowie bei Diphtherie und Tetanus nur nach Impfung. Kein Nestschutz besteht für Pertussis und Meningokokken und nur bedingt für Pneumokokken. Aus diesem Grund gilt die Empfehlung zur Impfung aller Kontaktpersonen von Neugeborenen gegen Pertussis.
Komplettierung aller fehlenden Standardimpfungen einschl. Pertussis;
Überprüfung der
Rötelnimmunität (zweimal geimpft?), sonst zweimal impfen;
Überprüfung der
Varizellenimmunität (zweimal geimpft?), sonst IgG-Kontrolle;
bei fehlender Hepatitis B-Impfung wird diese Impfung als Iindividuelle Gesundheitsleistung empfohlen;
Influenza-Impfung empfehlen.