Schwanger

Enährung

Allgemein


Für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf sind im Rahmen der Ernährung folgende Faktoren von Bedeutung:

  • normales Ausgangsgewicht (wäre wünschenswert)
  • ausreichende bzw. an das Ausgangsgewicht angepasste Gewichtszunahme
  • ausgewogene Ernährung – Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte

In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft benötigen Sie keine zusätzlichen Kalorien. Ab dem 4. Monat können es bis zu 300 Kalorien pro Tag mehr sein – das entspricht einer belegten Scheibe Brot. Der erhöhte Energiebedarf in der Schwangerschaft ist bedingt durch das Wachstum Ihres ungeborenen Kindes, Ihrer Plazenta (Mutterkuchen) und Ihres eigenen Körpers.

Achten Sie auf eine vollwertige und abwechslungsreiche Ernährung und berücksichtigen Sie dabei möglichst alle Nahrungsmittelgruppen:

  • Getreideprodukte
  • Milchprodukte
  • Fisch/Fleisch/Eier
  • Obst
  • Gemüse
  • Fette

Die Anzahl der Mahlzeiten am Tag ist generell abhängig vom BMI (Bodymass-Index; Körpermassen-Index). Das heißt Normalgewichtigen werden 3-5 Mahlzeiten am Tag empfohlen, Übergewichtigen drei und Untergewichtigen sechs. Schwangere sollten häufigere, kleinere Mahlzeiten bei reichlicher Flüssigkeitszufuhr zu sich nehmen.

Achtung!

Falls Sie bereits vor der Schwangerschaft übergewichtig waren, warten Sie mit einer Gewichtsabnahme bis nach der Entbindung. Eine Gewichtsreduktion in der Schwangerschaft gefährdet Ihre Gesundheit und die Ihres Ungeborenen. Die Stillzeit ist für Sie die ideale Zeit, um abzunehmen. Achten Sie aber darauf, dass Ihre Gewichtszunahme während der Schwangerschaft dem erhöhten Ausgangsgewicht angepasst ist.

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hier finden

Enährung

Kohlenhydrate


Schwangere neigen schneller zu Hypoglykämien (Unterzuckerung). Ein leichter Hungerzustand, wie zum Beispiel das Weglassen des Frühstücks, wird schlechter vertragen. Deshalb ist eine optimale Versorgung von Mutter und Ungeborenem mit einem ausreichend hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten notwendig. Diese führen unter anderem dazu, dass es zu geringeren Schwankungen des Glucose-Serumspiegels (Blutzuckerspiegel) kommt.

Bevorzugen Sie Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Vollkornkekse, Vollkornpfannkuchen, Vollkornnudeln, Getreidekörner und -flocken, Müsli, Getreidebratlinge, Naturreis, Kleie, Kartoffeln und Hülsenfrüchte.
Meiden Sie Weißmehlprodukte wie Weißbrot, Brötchen, Toast, Kuchen, Kekse, Haushaltszucker, Zucker- oder traubenzuckerhaltige Lebensmittel, Süßigkeiten wie Schokolade, Bonbons etc.

Enährung

Fette


Eine Schwangere sollte nicht mehr Fett zu sich nehmen als eine nicht schwangere Frau. Eine fettreiche Ernährung wird in der Schwangerschaft in der Regel schlechter vertragen.

Der empfohlene
Fett-Anteil beträgt circa 30 % des Tages-Energiebedarfs – das entspricht circa 70g Fett pro Tag (1 g Fett liefert 9,3 Kalorien).

Bevorzugen Sie
mageres Fleisch (Filetstücke) beziehungsweise Geflügel. Wurst sollte fettreduziert sein oder greifen Sie zu Geflügelwurst.

Verwenden Sie pflanzliche Streichfette (z. B. Sonnenblumenmargarine) sowie kaltgepresste Pflanzenöle (Olivenöl, Leinöl, Nussöl) und pflanzliche Brotaufstriche. Diese haben einen hohen Gehalt an den gesundheitsfördernden einfach beziehungsweise mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Essen Sie Nüsse (Haselnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse, Pecannüsse, Walnüsse) sowie
ein- bis zweimal wöchentlich frischen Seefisch (Hering, Makrele, Lachs, Steinbutt). Diese enthalten die mehrfach ungesättigten Omega-3-FettsäurenEPA (Eicosapentaen­säure) und DHA (Docosahexaensäure) –, die für den rasch heranwachsenden Organismus des Ungeborenen von großer Bedeutung für die gesunde Ent­wicklung des Gehirns, des zentra­len Nervensystems und der Augen sind. Hinweis!
Während der
Stillzeit erhält das Neugebo­rene die Omega-3-Fettsäuren über die Muttermilch. Dieses zeigt Ihnen, wie wichtig eine optimale Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren bereits in der Schwangerschaft ist!
Verzichten Sie auf Süßwasserfische, sie haben nur einen geringen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Meiden Sie
Süßigkeiten, Knabbereien, Fertigmayonnaisen, Fertigdressings, Fertiggerichte sowie frittierte und panierte Speisen.

Achten Sie bei Milch, Milchprodukten und Käse auf den Fettgehalt.

Schränken Sie den Verzehr tierischer Fette, das heißt
gesättigter Fettsäuren, ein.

In allen tierischen Lebensmitteln ist die Omega-6-Fettsäure
Arachidonsäure enthalten, aus der sogenannte Eicosanoide entstehen, die entzündungsfördernd wirken. Besonders hohe Gehalte finden sich in Schweinefleisch, Schweineschmalz, Leber (Schwein, Rind, Kalb), Leberwurst, Eigelb und Thunfisch. Schränken Sie folglich den Verzehr dieser Lebensmittel ein.

Ebenfalls reduzieren sollten Sie die Aufnahme von Lebensmitteln, die reich an
trans-Fettsäuren sind. Trans-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren. Sie entstehen durch natürliche Prozesse (Mikroorganismen, die im Pansen von Wiederkäuern vorkommen, hydrieren Fettsäuren aus der Nahrung) sowie durch lebensmitteltechnologische Prozesse (Fetthärtung). Trans-Fettsäuren erhöhen das "schlechte" LDL-Cholesterin und bewirken einen Abfall des "guten" HDL-Cholesterins. Bei der Zubereitung von Speisen können durch starkes Erhitzen von Ölen und Fetten mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z. B. Distel- und Leinöl), z. B. beim Braten bei hohen Temperaturen, trans-Fettsäuren entstehen.
Meiden Sie
daher frittierte Produkte (Pommes frites, Kartoffel-Chips), Backwaren, fetthaltige Süßwaren, Margarinearten, die nur aus einer Sorte Öl hergestellt wurden (Diätmargarinen enthalten keine trans-Fettsäuren) und kaltgepresste Öle zum Braten.

Ernährung

Proteine


Proteine liefern die für das Wachstum Ihres ungeborenen Kindes essentiellen (lebensnotwendigen) Aminosäuren.

Der empfohlene Anteil an Proteinen beträgt circa
15 % des Tages-Energiebedarfs (1 g Proteine liefert 4,1 Kalorien).

Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat steigt der Proteinbedarf an, denn im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel wächst Ihr Ungeborenes am schnellsten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt
ab dem 4. Schwangerschaftsmonat eine tägliche Proteinaufnahme von 58 Gramm – das sind circa 10 Gramm mehr als Sie vor der Schwangerschaft brauchten.

Achten Sie darauf
hochwertige Proteine zu sich zu nehmen. Ein Drittel des aufgenommenen Eiweißes sollte aus tierischen Lebensmitteln stammen und zwei Drittel aus pflanzlichen. Tierische Proteine sind meist hochwertiger als pflanzliche, da ihr Aminosäurenmuster dem Bedarfsmuster des Menschen ähnlicher ist. Durch die Kombination von tierischen und pflanzlichen Proteinlieferanten kann die so genannte biologische Wertigkeit einer Mahlzeit gesteigert werden. Sinnvolle Proteinkombinationen sind z. B. Kartoffeln mit Ei oder Quark.

Bevorzugen Sie
Fleisch (bevorzugt fettarm bzw. Geflügel), Fisch, Ei, Milch und Milchprodukte (bevorzugt fettarm), Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse.

Ernährung

Trinken


Die tägliche Trinkmenge sollte 1,5 bis 2,5 Liter betragen.

Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte folgende
Trinkmenge – pro Kilogramm Körpergewicht – aufgenommen werden, um den täglichen Flüssigkeitsverlust auszugleichen
  • • Erwachsene 35 ml Wasser pro Tag

Da
Schwangere häufig unter Obstipation (Verstopfung) leiden, sollte die tägliche Trinkmenge 2 bis 2,5 Liter betragen.

Bevorzugen Sie
kalorienarme bzw. kalorienfreie Getränke wie Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, Gemüsesäfte und verdünnte Fruchtsäfte.

Meiden Sie
Colagetränke, süße Limonaden und Fruchtsaftgetränke. Achtung!
Im Sommer, wenn stark geschwitzt wird, muss unter Umständen die Trinkmenge auf über 3 Liter/Tag erhöht werden.

Ernährung

Genussmittel


Trinken Sie bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen Kaffee oder vier bis sechs Tassen schwarzen beziehungsweise grünen Tee am Tag. Die im schwarzen/grünen Tee enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe (Polyphenole) hemmen die Eisenaufnahme. Schwangere mit kritischer Eisenversorgung sollten Tee nicht zu den Mahlzeiten sondern mit ein bis zwei Stunden Abstand dazu trinken. Des Weiteren führt Koffein zu einer gesteigerten Flüssigkeitsausscheidung, so dass Sie vermehrt die wichtigen Mineralstoffe Calcium und Magnesium mit dem Urin ausscheiden. Zudem belegen wissenschaftliche Studien, dass mehr als drei Tassen Kaffee oder schwarzer Tee pro Tag das Risiko für Fehl-, Früh- und Totgeburten erhöht.

Alkohol ist während der Schwangerschaft und Stillzeit verboten! Alkoholkonsum kann zu Wachstumshemmungen, Missbildungen sowie Hirnfunktionsstörungen und Suchtgefährdung des Ungeborenen führen.

Auch das
Rauchen/Passivrauchen sollte am besten schon vor der Schwangerschaft eingestellt werden. Raucherinnen haben häufiger eine Eileiterschwangerschaft, eine Fehllage des Mutterkuchens, einen vorzeitigen Blasensprung und häufiger eine vorzeitige Plazentablösung während der Geburt (Abruptio plazentae). Des Weiteren haben Raucherinnen häufiger Geburtskomplikationen (höhere Kaiserschnittrate, häufiger Nachgeburtsblutungen). Durch den Tabakkonsum erhöht sich das Risiko für eine Fehlgeburt (Abort), für den plötzlichen Kindstod, für Krebserkrankungen wie zum Beispiel Leukämie, geistige Behinderungen, Verhaltensstörungen, Hyperaktivität, Asthma bronchiale, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Übergewicht.

Ernährung

Tipps


Verzicht auf rohes Fleisch und rohen Fisch

Meiden Sie während der Schwangerschaft unbedingt rohes Fleisch, Rohwurst – Salami, Mettwurst, Teewurst –, rohen Schinken und Tatar. Durch diese Lebensmittel kann die Infektionskrankheit Toxoplasmose auf Sie übertragen werden, die das ungeborene Kind schwer schädigen kann.


Achtung! Waschen Sie Ihr Gemüse, Salate und Obst aus dem Freilandbau gut ab, denn insbesondere Schnecken und Insekten kommen mit Katzenkot in Berührung, der ebenfalls die Toxoplasmose-Erreger übertragen kann. Meiden Sie während der Schwangerschaft unbedingt auch Lebensmittel, die die Krankheiten Listeriose (bakterielle Infektionskrankheit, Vermehrung der weißen Blutkörperchen) und Brucellose (bakterielle Infektionskrankheit, grippeähnlich, kann Organe befallen) übertragen können. Diese können bei Schwangeren zu Früh- und Totgeburten führen. Die Krankheiten können durch den Verzehr von ungewaschenen Salaten, rohem Fleisch und Rohwurst übertragen werden. Auch roher Lachs (Kontaminationsraten bis zu 50 %) und Rohmilch sowie Rohmilch- und Weichkäse können Krankheitsüberträger sein. Die meisten deutschen Käsearten sind allerdings aus pasteurisierter Milch hergestellt. Auch Hartkäse, der aus Rohmilch hergestellt ist, kann ohne Angst gegessen werden, denn durch die lange Reifezeit können keine Listerien mehr übertragen werden. Die Käserinde sollte aber in jedem Fall abgeschnitten werden, denn diese kann Listerien enthalten. Rohmilchkäse muss als solcher deklariert sein und wenn Sie Käse an der Käsetheke kaufen, fragen Sie das Bedienpersonal, ob es sich um Rohmilchkäse handelt.

Ernährung bei morgendlicher Übelkeit und Erbrechen

Essen Sie eine halbe Stunde vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit. Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten auf viele kleine Mahlzeiten über den Tag und nehmen Sie reichlich Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten zu sich.

Obstipation (Verstopfung)

Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft unter Obstipation. Ursache ist der veränderte Hormonhaushalt – die Darmfunktion ist eingeschränkt. Eine ballaststoffreiche Kost – Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Vollkornprodukte wie Müsli oder Vollcornflakes, Pflaumen und Pflaumensaft – kann die Beschwerden vermeiden beziehungsweise lindern. Trinken Sie ungefähr 2 bis 2,5 Liter Mineralwasser am Tag. Bewegung beugt ebenfalls Verstopfung vor, da diese die Darmfunktion stimuliert. Betreiben Sie zwei- bis dreimal in der Woche mäßige Sportarten wie Schwimmen oder 20- bis 30-minütige Spaziergänge in einem schnelleren Tempo.

Heißhungerattacken

Vor allem zwischen dem 4. und 7. Monat kann es zu starkem Heißhunger kommen. Versuchen Sie bereits vor dieser Attacke eine kleinere Mahlzeit einzunehmen, damit Sie nicht wahllos zugreifen.

Sodbrennen

In der Spätschwangerschaft tritt häufig Sodbrennen auf. Hier helfen Milch-Magnesium-Präparate. Auch Mandeln, Nüsse oder ein Teelöffel Senf sind wirksam.

Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushaltes erhalten

Der menschliche Körper produziert ständig mehr Säuren als Basen, die natürlicherweise über Nieren und Lunge ausgeschieden oder durch basische Mineralstoffe (Magnesium, Calcium, Kalium – als Citratsalze) gepuffert werden. Achtung! Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Fähigkeit der Niere zur Säureausscheidung alle 10 Jahre um 10 % ab. Bei nicht ausreichenden basischen Pufferreserven besteht das Risiko der Übersäuerung (latente metabolische Azidose).
Bevorzugen Sie Gemüse und Salate, alle Obstsorten, Getränke wie grünen Tee (Aufgusszeit > 7 Minuten), Kräutertees sowie Mineralwasser ohne Kohlensäure.
Meiden Sie ein Übermaß an tierischem Eiweiß (Fleisch, Fisch, Käse), Weißmehlprodukten und Zucker (Süßigkeiten aller Art), Alkohol und Kaffee.

Nahrungsmittelanteil mit probiotischen Lebensmitteln erhöhen

Nahrungsmittel mit probiotischen Kulturen (z. B. Lactobacillen, Bifidobakterien) dienen der Unterstützung der natürlichen Darmflora (durch Verdrängung krankheitsfördernder Darmkeime wie beispielsweise Clostridien, Bacteroides und E. Coli) und der Stärkung der natürlichen Abwehr (durch Stärkung immunologischer Abwehrmechanismen (IgA)).
Die Gabe von probiotischen Bakterien konnte bei Neugeborenen das Auftreten von Neurodermitis um die Hälfte reduzieren. Dabei erhielten sowohl die Mütter vor der Geburt – im letzten Schwangerschaftsmonat – als auch die Neugeborenen bis sechs Monate nach der Geburt den probiotischen Bakterienstamm Lactobacillus GG. In einem späteren Follow-up (Nachverfolgung) der Studienteilnehmer zeigte sich ein Fortbestehen dieser Schutzwirkung.

Hinweis

Die Aufnahme lebender probiotischer Kulturen mit der Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel
sollte täglich erfolgen, um hohe Konzentrationen vermehrungsfähiger Keime im Dickdarm aufrechtzuerhalten. Da probiotische Lactobacillen und Bifidobakterien den Darm nicht dauerhaft besiedeln können, werden bei Unterbrechung der Zufuhr die eingebrachten Keime nach kurzer Zeit wieder verdrängt und deren Anzahl im Stuhl reduziert sich.
Um eine probiotische Wirkung beim Menschen zu erreichen, sollten regelmäßig mindestens 10
8-109 lebende Keime pro Tag zugeführt werden: Dieser Wert wird als erforderliche Mindestkeimzahl bezeichnet.

Bevorzugen Sie
Milchsäure-vergorenes Sauerkraut, Rote Beete, Salzgurken, Schnittbohnen und probiotische Milchprodukte wie Joghurts.
Kochsalzverbrauch einschränken

Achten Sie beim Kauf von Lebensmitteln auf die Zutatenliste: "
Soda, Sodium, Na" weisen auf Kochsalz hin.
Beachten Sie des Weiteren:
  • Gewürzmischungen enthalten meist Kochsalz.
  • Salzen Sie Konservenprodukte und Fertiggerichte nicht zusätzlich.
  • Bevorzugen Sie Frisch- und Tiefkühlgemüse – sie enthalten kein Kochsalz.
  • Essen Sie ungesalzene Nüsse anstelle von gesalzenen.
  • Salzen Sie die Gerichte erst am Ende der Zubereitung.
  • Entfernen Sie Salzstreuer vom Tisch.
  • Bitten Sie beim Essen außer Haus um eine salzarme Zubereitung.
Bevorzugen Sie zum Salzen fluoridiertes und jodiertes Speisesalz.
Meiden Sie salzige Knabbereien, Räucher- und Pökelwaren, Fertiggerichte und Konserven. Essen Sie Wurst und Käse in Maßen.

Auf krebserregende Nahrungsbestandteile achten
Nitrosamine

Halten Sie den
Nitratgehalt der Nahrung möglichst niedrig! Nitrat ist eine potenziell giftige Verbindung. Nitrat wird im Körper durch Bakterien (Speichel/Magen) zu Nitrit reduziert. Nitrite bilden mit sekundären Aminen sogenannte Nitrosamine, die erbgutverändernd sind. Sie begünstigen die Entstehung von Speiseröhren-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs. Die Vitamine C und E sind in der Lage, die Bildung von Nitrosaminen zu hemmen.

Die tägliche Aufnahme von Nitrat erfolgt:

  • zu circa 70 % durch den Verzehr von Gemüse – Nitrat als wichtigster Pflanzennährstoff hat bei überhöhter Zufuhr schädigende Wirkungen für den Boden und das Pflanzenwachstum. Einige Gemüsesorten können hohe Nitratmengen aus dem Boden speichern.
  • zu circa 20 % aus Trinkwasser – Nitrat gelangt als Bestandteil des Stickstoffdüngers ins Grundwasser.
    Auskunft über den Nitratgehalt des Trinkwassers gibt das örtliche Wasserwerk.
  • zu circa 10 % aus Fleisch und Fleischwaren sowie Fisch – Nitrat wird zur Konservierung und zur Farb- und Geschmacksverbesserung von Fisch und Fleisch eingesetzt.

Der
aktuelle Grenzwert für Nitrat in Trinkwasser liegt laut der deutschen Trinkwasserverordnung bei 50 mg/l und für Nitrit bei 0,1 mg/l. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) und die WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) gehen von einer akzeptablen Menge Nitrat von 220 mg/Tag aus. Weil Kopfsalat besonders nitrathaltig ist, gibt es für ihn verbindliche Grenzwerte: In den Sommermonaten darf Kopfsalat nicht mehr als 2.500 mg Nitrat pro kg enthalten, im Winter (November bis April) nicht mehr als 3.500 mg/kg.

Für Spinat, Feldsalat, Radieschen, Rettich und Rote Bete gelten folgende Richtwerte:

  • Spinat 2.000 mg/kg
  • Feldsalat 2.500 mg/kg
  • Radieschen 3.000 mg/kg
  • Rettich 3.000 mg/kg
  • Rote Bete 3.000 mg/kg


Im Folgenden eine
Übersicht durchschnittlicher Nitratgehalte verschiedener Gemüse- und Salatsorten:
  • Hohe Nitratgehalte (> 1.000 mg/kg): Endiviensalat, Feldsalat, Kohlrabi, Kopfsalat, Kresse, Mangold, Portulak, Radieschen, Rettich, Rote Bete, Sellerie
  • Mittlere Nitratgehalte (> 500-1.000 mg/kg): Chinakohl, Eisbergsalat, Fenchel, Grünkohl, Spinat, Weißkohl, Wirsing
  • Niedrige Nitratgehalte (< 500 mg/kg): Auberginen, Bohnen, Blumenkohl, Brokkoli, Chicorée, Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Möhren, Paprika, Pilze, Porree, Rosenkohl, Spargel, Tomaten, Zwiebeln

Die Hauptlieferanten für
Nitrit sind gepökelte Wurst- und Fleischwaren und gereifter Käse. Höhere Mengen an sekundären Aminen sind enthalten in Fleisch- und Wursterzeugnissen und sehr hohe in Käse und Fisch.

Tipps für den Alltag:

  • Immer Gemüse der Saison bevorzugen.
  • Freilandgemüse und biologisch angebautes Gemüse Treibhausgemüse vorziehen.
  • Fleisch- und Wurstwaren, die mit Nitritpökelsalz behandelt wurden, selten essen (Schinken, Kasseler, Speck, Pökelfleisch, Räucherfisch etc.).
  • Beim Putzen des Gemüses Blattrippen, Strunk und Deckblätter abschneiden.
  • Zubereitete Salate nicht lange stehen lassen, denn Bakterien setzten Nitrat schnell zu Nitrit um.
  • Zitronensaft in die Salatsoße geben (Vitamin C) oder mit hochwertigen Ölen (Vitamin E) zubereiten. Beide Vitamine wirken als "Nitratbremse".
  • Bei Spinat Blattstiele entfernen und Kochwasser weg gießen.

Acrylamid

Acrylamid ist als erbgutverändernd und krebserzeugend eingestuft. Es wurde ein Zusammenhang zwischen einer hohen Acrylamidaufnahme und dem Risiko für eine Östrogenrezeptor-positive Brustkrebserkrankung nachgewiesen. Acrylamid entsteht bei der Überhitzung von Stärke, also beim Backen, Braten, Rösten, Grillen und Frittieren. Wenn kartoffel- und getreidehaltige Lebensmittel trocken über 180 °C erhitzt werden, wird besonders viel Acrylamid gebildet. Knäckebrot, Pommes Frites, Kartoffelchips, aber auch Kaffee, enthalten hohe Mengen an Acrylamid.

Aflatoxine

Aflatoxine werden von Schimmelpilzen gebildet.
Sie kommen in allen verschimmelten Lebensmitteln vor, z. B. in verschimmeltem Getreide, Brot und Obst. Betroffen ist vor allem die Maisproduktion in den USA oder in tropischen Ländern. Besonders hoch ist der Aflatoxingehalt häufig in Erdnüssen, aber auch in Hasel- und Paranüssen sowie Pistazien und Mandeln. Auch immer wieder mit Aflatoxinen belastet sind getrocknete Früchte, vor allem Feigen, und zahlreiche Gewürze wie Chili, Paprika, Pfeffer, Muskatnuss, Ingwer oder Gelbwurz. Aflatoxine begünstigen die Entstehung von Leberkrebs (Leberzellkarzinom).

Benzypren

Benzypren entsteht beim Toasten und Holzkohlegrillen.
Es gilt als Risikofaktor für Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es kommt in allen gegrillten, geräucherten oder angebrannten Lebensmitteln vor. Benzypren findet sich auch in Abgasen, Rauch und Teer. Auch Zigarettenrauch enthält Benzypren, das wiederum zu Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) führen kann.

Glukose Toleranztest


Gestationsdiabetes ist der medizinische Fachbegriff für einen Schwangerschaftsdiabetes.
Diese Form des Diabetes tritt erstmalig während einer Schwangerschaft auf.
Etwa 3 - 8% der Schwangeren sind davon betroffen.
 
 

Symptome und Beschwerden

Der Gestationsdiabetes zeigt nicht so eindeutige Symptome wie ein „echter“ Diabetes mellitus. Mitunter treten vermehrt Infektionen - zum Beispiel Scheidenentzündungen und/oder Harnwegs-Infektionen - auf sowie ein erhöhter Blutdruck.
Diese Symptome sind jedoch relativ unspezifisch und werden mitunter nicht mit einem möglichen Schwangerschaftsdiabetes in Verbindung gebracht.
Eventuell wird beim Neugeborenen ein zu schnelles Wachstum oder erhöhte Mengen an Fruchtwasser festgestellt, was ein Hinweis auf die Erkrankung der Mutter sein kann.
 
Risikofaktoren
  • Familiäre Fälle von Diabetes mellitus
  • Übergewicht der Mutter
  • Schwangere über dem 30. Lebensjahr
  • Hohes Geburtsgewicht von mehr als 4000 g bei vorangegangenen Schwangerschaften
  • Vorangegangene Frühgeburten
  • Früher Kindstod bei vorangegangenen Schwangerschaften
  
Folgeerkrankungen für das Kind
  • Makrosomie - Erhöhtes Geburtsgewicht von mehr als 4000 g
  • Vergrößerte, unreife innere Organe des Kindes, z. B.  Kardiomyopathie - zu großes, aber nicht vollständig leistungsfähiges Herz
  • Atembeschwerden -  aufgrund von Surfactant-Mangel
  • Erhöhte Bilirubinwerte im Blut
  • Blutbildung außerhalb des Knochenmarks
  • Hypoglykämie - erniedrigter Blutzuckerspiegel
  • Hypocalciämie - Calciummangel im Blut
  • Erhöhte Sterblichkeit des Ungeborenen bei nicht behandeltem Schwangerschaftsdiabetes durch krankhafte Veränderungen der Plazenta - Mutterkuchen - und dadurch bedingt Unterversorgung des Neugeborenen (Plazentainsuffizienz)

Ursachen
 
Als Ursache für den Schwangerschaftsdiabetes werden die Umstellung der hormonellen Stoffwechsellage und der veränderte Kohlenhydratstoffwechsel angegeben.
 
In der Schwangerschaft werden bestimmte Hormone, die unter anderem den Blutzuckerspiegel erhöhen, vermehrt produziert.
Das Hormon, das den Blutzucker senkt, das
Insulin, muss in immer größeren Mengen von der Bauchspeicheldrüse hergestellt werden, um den erhöhten Blutzucker zu normaliseren. Daraus resultiert ein Ungleichgewicht und eine gestörte Glukosestoffwechsellage des Körpers. Schafft die Bauchspeicheldrüse es nicht mehr, den Blutzucker zu normalisieren, entsteht der Gestationsdiabetes.
 

Insulin Resistenz


Unter der Insulinresistenz versteht man ein vermindertes Ansprechen der Zellen des menschlichen Körpers auf das Hormon Insulin. Vor allem die Muskulatur, die Leber und das Fettgewebe reagieren weniger empfindlich gegenüber dem Hormon Insulin. Diese reduzierte Sensibilität der Körperzellen auf Insulin beeinträchtigt die Wirkung sowohl von körpereigenem als auch von gespritztem Insulin.

Definition

Den Begriff der Insulinresistenz gibt es seit den 1960er Jahren. Man war der Meinung, dass die Bauchspeicheldrüse bis zu 200 Einheiten Insulin ausschütten könne und definierte als "schwere Insulinresistenz" einen Insulinbedarf von mehr als 200 I.E. über mehrere Tage, um normale Blutzuckerwerte zu erreichen. Obwohl inzwischen klargestellt wurde, dass eine normale physiologische Insulinproduktion zwischen 20 und 40 Einheiten beträgt, wird diese alte Definition weiter als sinnvoll erachtet, um damit Patienten mit schweren, ungewöhnlichen Insulinresistenzproblemen abzugrenzen. Seit 1985 wurde der Begriff allgemeiner gefasst und bezeichnet ein vermindertes Ansprechen der Zellen des menschlichen oder tierischen Körpers auf Insulin.

Tagesverlauf

Am frühen Vormittag ist die Insulinresistenz im Tagesverlauf am höchsten, durch die nächtliche Ausschüttung von Insulinantagonisten. Oft gibt es auch am späten Nachmittag einen zweiten, weniger hohen Anstieg der Insulinresistenz.

Ursachen

Die Insulinresistenz basiert auf einer genetisch bedingten Stoffwechselstörung im Glukosehaushalt und führt zum Typ-2-Diabetes. Die genauen Mechanismen, welche zur Insulinresistenz führen, sind derzeit noch in intensiver Erforschung.

Die Insulinresistenz betrifft sowohl schlanke als auch übergewichtige Typ-2-Diabetiker. Allerdings ist Übergewicht ein wesentlicher Faktor. Die Kombination aus familiärer Disposition (sowohl für
Adipositas, für Diabetes mellitus Typ 2 wie auch für die herabgesetzte Insulinempfindlichkeit), zu reichlicher Nahrungszufuhr und zu geringer Bewegung führt zu einem Missverhältnis von Energiezufuhr und Energieverbrauch und steigert die Konzentration an freien Fettsäuren im Blut, was wiederum die Glukoseverwertung im Muskel- und Fettgewebe stört. Diese Verwertungsstörung der Glukose charakterisiert die Insulinresistenz. Als Reaktion kommt es zu einer gesteigerten Insulinausschüttung. Dieses mehr an Insulin führt zu einer Herabregulation der Insulinrezeptoren an den Zellen, die Resistenz nimmt weiter zu. Das Insulin als adipogener Faktor steigert noch das Übergewicht, der Mensch nimmt weiter an Gewicht zu - ein Teufelskreis.

Weitere Ursachen:

  • Medikamente, z.B. kann Cortison als einer der Gegenspieler des Insulins dessen Wirksamkeit abschwächen
  • Schwere Infektionskrankheiten u.a. über die Ausschüttung kontrainsulinärer Hormone
  • Stoffwechselstörungen wie die Hypertriglyceridämie
  • Krankheiten mit Überproduktion kontrainsulinärer Hormone, z.b. Akromegalie mit der vermehrten Ausschüttung von Somatotropin
  • Beim Polyzystischen Ovarsyndrom PCOS liegt eine Überproduktion kontrainsulinärer Hormone vor, es kommt zur Insulinresistenz mit nachfolgender Hyperinsulinämie, was neben anderen Hormonstörungen (siehe dort) als ein wichtiger Faktor bei der Entstehung und Aufrechterhaltung des PCOS gilt.


Mechanismen der Insulinresistenz


Die Insulinresistenz wird gesteigert durch:
  • abnorme Insulinrezeptoren (wie z.B. beim Donahue-Syndrom, ein seltenes, genetisch bedingtes Kleinwuchssyndrom mit früher Sterblichkeit)
  • Verminderung der Zahl der Rezeptoren
  • bei dauerhaft erhöhtem Insulinspiegel
  • IgG-Antikörper, die die biologische Wirksamkeit des Insulins hemmen
  • erhöhte enzymatische Insulinspaltung
  • herabgesetzte Bindung des Insulins an seine Rezeptoren

Insulinresistenz fördernde Proteine:
  • Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha)
  • Plasminogen-Aktivator-Inhibitor I (PAI-1)
  • Resistin


Bestimmen der Insulinresistenz

Ein erster Hinweis auf das Vorhandensein einer Insulinresistenz kann das Körpergewicht sein. Bei allen Typ-2-Diabetikern ist eine genetisch bedingte Insulinresistenz vorhanden, kommt jedoch insbesondere bei
krankhaftem Übergewicht zum Vorschein. Man nimmt heute an, dass vor allem das Fett im Bauchbereich vermehrt Substanzen ausschüttet, die eine Insulinresistenz fördern und verstärken.

Gemessen werden kann der
Bauchumfang, der ein Maß für das gefährlichere Bauchfett ist, sowie der Body-Mass-Index (BMI), der ab Werten von 27 kg/m2 zusammen mit familiärer Prädisposition ein Hinweis auf Insulinresistenz ist.

Weiterhin kann die Höhe der
Triglyceride ein Hinweis auf eine Insulinresistenz sein (Triglyzerid-Spiegel oberhalb von 2,44 mmol/l beziehungsweise 215 mg/dl).

Adiponektin

Eines der Fettgewebshormone, das Adiponektin, wird vom Fettgewebe des insulinresistenten Menschen vermindert produziert. Bei hohen Adiponektinspiegeln ist die Insulinempfindlichkeit gut, niedrige Werte zeigen eine Insulinresistenz an.

Proinsulin

Bei der Herstellung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse wird zunächst ein Vorläufermolekül – das sogenannte Proinsulin - synthetisiert. Dieses wird wieder aufgespalten. Dabei entsteht dann das eigentliche Hormon Insulin und ein unwirksames Abfallprodukt, das C-Peptid. Im Rahmen der Insulinresistenz wird immer mehr Insulin, also auch überproportional viel Proinsulin hergestellt. Letzteres wird nur unzureichend in Insulin aufgespalten und lässt sich als erhöhter Proinsulinspiegel im Blut nachweisen.

Weitere Resistenztests


  • Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest, kurz oGTT)
  • Nüchtern-Insulinspiegel: bei Diabetikern mit Insulinresistenz ist zumindest in den ersten Jahren des Typ-2-Diabetes der Insulinspiegel erhöht.
  • Bestimmung des HOMA-Index: (Homeostasis Model Assessment) = Insulin (µU/ml) x Glukose (mmol/l) / 22,5 -> Werte >2=Hinweis auf IR, >2,5=IR wahrscheinlich, >5,0= Durchschnittswert bei Typ2-Diabetikern